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Rotkopfwürger - 20. Juni 2025 / Markus Mosimann

Sehr geehrte Damen und Herren

Liebe Mitglieder von Natur-Belpmoos

In der Zwischenzeit hat sich der Vorstand von Natur-Belpmoos in regelmässigen Abständen getroffen und sich mit verschiedenen Themen i. Z. m. dem Schutz der Landschaft Belpmoos befasst. Wir gehen weiterhin davon aus, dass die Trocken- und Magerwiese Belpmoos (TWW) dank unserer Bemühungen unter Schutz gestellt werden wird: Der definitive Entscheid dazu fällt der Bundesrat vermutlich kommenden Herbst. Informationen und nähere Angaben dazu aus dem BAFU sind kaum zu erhalten.

Ob die Aufnahme der TWW Belpmoos ins nationale Inventar gegebenenfalls die BKW resp. BelpmoosSolar davon überzeugen wird, vom Projekt der Photovoltaikanlage abzusehen wird sich erweisen. Entsprechend unserer Vision gilt es weiterhin, die Grünflächen im Belpmoos und zumal den Bereich der Trockenwiese vor neuen Bauten und Installationen zu bewahren. Damit steht auch die zur Debatte stehende Zonenplanänderung im Bereich der Trockenwiese an. Diese Anpassung im Zonenplan erfordert eine Gemeindeabstimmung in Belp. Dazu werde es laut Gemeindepräsident Stefan Neuenschwander nur kommen, falls das Projekt BelpmoosSolar weiter verfolgt wird. Die Anpassung des Zonenplanes würde allerdings die Errichtung sehr unterschiedlicher Bauten ermöglichen – man stelle sich vor, die eher hässlich in der Landschaft stehende Industriezone Hühnerbühl würde sich über die Gürbe hin in den Bereich des Flugplatzes ausdehnen!

Somit wird sich nebst der Medienarbeit sowie der Kontaktpflege mit dem Berner Stadtrat und dem Grossen Rat unsere Arbeit auf die mögliche Anpassung des Belper Zonenplanes konzentrieren.

Zur Einführung der letzten Vorstandsitzung zeigte uns Co-Präsident Jürg Hostettler einmal mehr seine immer wieder erstaunlichen Entdeckungen und Beobachtungen im Belpmoos. Eingangs sehen sie den Rotkopfwürger, eine Vogelart die in der Schweiz als Brutvogel ausgestorben ist und als Durchzügler nur noch selten in geeigneten Lebensräumen beobachtet werden kann. Als zweite Art wurde der Kleine Schillerfalter kurz vorgestellt. Diese zwei Beispiele illustrieren, wofür wir kämpfen, sie zeigen den unschätzbaren Wert der Landschaft Belpmoos inklusive der Trocken- und Magerwiese für die Artenvielfalt und die ökologische Vernetzung der verschiedenen Zonen im Belpmoos. Lesen Sie anschliessend Jürgs Bemerkungen dazu.

Last but not least erneut der Hinweis auf unser Positionspapier, das die wesentlichen Argumente zum Erhalt der Landschaft Belpmoos beinhaltet. Ihr findet es am Schluss des Einführungstextes.

Kleiner Schillerfalter
Diese prächtige Tagfalterart ist eine Auenwaldbewohnerin. Der Falter kann mit etwas Glück im Juni/Juli an der Aare beobachtet werden, hier pflanzt er sich fort.

Im ganzen Vernetzungsgebiet Belpmoos-Aare Auen konnten in den vergangenen Jahren über 50 Tagfalterarten und gegen 200 Vogelarten beobachtet werden, ein Spitzenwert! Diese Artenvielfalt ist hier nur möglich, weil auf relativ kleiner Fläche mehrere wertvolle Lebensräume aneinandergrenzen (Auenwald mit Feuchtstellen, Wiesen, Hecken, Böschungen, Krautsäume, Waldlichtungen, etc.). Diese Landschaft wollen wir erhalten und nicht mit Solarüberbauungen schwächen! Durch verbesserte Pflegemassnahmen und durch gezielte ökologische Aufwertungen, insbesondere im Kulturland, könnten wir die ganze Vernetzungsfläche noch deutlich aufwerten – dies würde für unsere Nachkommen mehr Sinn machen als eine Fotovoltaikanlage, welche im Belpmoos primär der Querfinanzierung des Privat-Jet Verkehrs weniger Privilegierter zugutekäme!

Kleiner Schillerfalter / Apatura ilia  -  21. Juni 2025 / Jürg Hostettler

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